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Der Kindergarten ist eine frĂŒhkindliche Bildungseinrichtung fĂŒr Kinder, die in Deutschland das dritte und in der Schweiz das vierte Lebensjahr vollendet haben und in Österreich mindestens zweieinhalb Jahre alt sein mĂŒssen, aber noch nicht zur Schule gehen. In Abgrenzung dazu spricht man bei Einrichtungen/Gruppen fĂŒr jĂŒngere Kinder zumeist von der Kinderkrippe und vom Hort bei Einrichtungen/Gruppen fĂŒr Kinder im Grundschulalter. In Anlehnung an Friedrich Wilhelm August Fröbel, den GrĂŒnder (eigentlich Stifter) des ersten Kindergartens, wird die Bezeichnung inzwischen immer hĂ€ufiger auch als Sammelbegriff fĂŒr alle Einrichtungen der Kindertagesbetreuung verwendet.

In Deutschland besuchen 93,6 % der Kinder zwischen 3 und 5 Jahren eine Kindertagesbetreuung. Dabei gibt es nach wie vor große Unterschiede zwischen den verschiedenen BundeslĂ€ndern, insbesondere zwischen Ost- und Westdeutschland, wobei die Betreuungsquote in Ostdeutschland ĂŒber der in Westdeutschland liegt.

Der Kindergarten ist in Deutschland und Österreich dem Sozialbereich zugeordnet, in Deutschland gehört er zur Kinder- und Jugendhilfe, in Österreich ressortiert er im Bereich „Soziale Sicherheit“. Damit verbunden ist eine sozialpĂ€dagogische Ausrichtung mit einem Erziehungs-, Bildungs- und Betreuungsauftrag. Der Kindergarten ergĂ€nzt die Erziehung in der Familie; er eröffnet den Kindern erweiterte und umfassendere Erfahrungs- und Bildungsmöglichkeiten ĂŒber das familiĂ€re Umfeld hinaus. Im Gegensatz zum Schulwesen hat der Staat in der Kindertagesbetreuung keinen eigenstĂ€ndigen, vom Erziehungsrecht der Eltern unabhĂ€ngigen Auftrag. Dieser Auftrag des Kindergartens leitet sich vom Erziehungsrecht der Eltern ab und wird ihm durch den (Betreuungs-)Vertrag ĂŒbertragen. Im Zuge der Bildungsdebatte, die in Deutschland vor allem das durchschnittliche Abschneiden bei den internationalen PISA-Studien verstĂ€rkt wurde, richtete sich die Aufmerksamkeit zunehmend auf den Bildungsauftrag des Kindergartens (siehe auch Vorschule).

In der Schweiz ist der Kindergarten ein Teil des Schulwesens. Außerhalb der Unterrichtszeiten befinden sich die Kinder zu Hause oder werden in der Kinderkrippe betreut. Der Kindergarten ist je nach Kanton kantonal oder kommunal geregelt.

Dort wird auch manchmal die Bezeichnung KindergartenschĂŒler verwendet. Sonst werden Kindergartenkinder in der Schweiz, Liechtenstein und Vorarlberg auch oft als KindergĂ€rtler bezeichnet.

Hinsichtlich der Öffnungszeiten kann man grob drei Formen unterscheiden:

Teilzeitbetreuung, am Vor- und/oder am Nachmittag
VerlÀngertes Vormittagsangebot, von morgens bis nach dem Mittagessen
Ganztagsbetreuung, von morgens bis zum SpĂ€tnachmittag. Diese Einrichtungen heißen in Deutschland hĂ€ufig KindertagesstĂ€tten (kurz Kita), Tagesheime oder Tageskindergarten. In letzter Zeit bieten TrĂ€ger im Hinblick auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf auch zunehmend erweiterte Betreuungszeiten an, die sehr frĂŒh morgens beginnen (5:30 Uhr), bis in den spĂ€ten Abend reichen (20 Uhr) und Samstage und Übernachtungsmöglichkeiten umfassen.
In den meisten deutschen KindergĂ€rten arbeiten unterschiedliche pĂ€dagogische FachkrĂ€fte, wie Erzieher, KindheitspĂ€dagogen, SozialpĂ€dagogen, Kinderpfleger und Sozialassistenten. In Österreich werden in KindergĂ€rten eigens ausgebildete KindergartenpĂ€dagogen, Kinderbetreuer und StĂŒtzkrĂ€fte angestellt. In der Schweiz unterrichten an PĂ€dagogischen Hochschulen ausgebildete KindergĂ€rtnerinnen und KindergĂ€rtner.

Unterhalten werden in Deutschland KindergĂ€rten – regional in sehr unterschiedlichen Anteilen – durch freie TrĂ€ger oder von den Kommunen. Freie TrĂ€ger sind vor allem kirchliche TrĂ€ger, Institutionen der Freien Wohlfahrtspflege, Vereine und Elterninitiativen oder privatwirtschaftliche TrĂ€ger.

Insgesamt gab es in Deutschland 55.293 Tageseinrichtungen fĂŒr Kinder. Davon bieten 19.657 eine integrative Betreuung von Kindern mit und ohne Behinderung an. Nur noch 251 Kindertageseinrichtungen richten sich allein an Kinder mit Behinderungen bzw. Förderbedarf.

Alltag in einem Waldkindergarten
Zunehmend werden die Einrichtungen nicht mehr nach Altersgruppen (Krippe, Kindergarten, Hort) oder nach Zielgruppen (Kinder mit besonderen FörderbedĂŒrfnissen) getrennt betrieben, sondern in integrierter oder zumindest kombinierter Form.