Bartli Most holen

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Wo holt Bartli den Most? 🤔🤣🍺

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Die Wendung ist seit dem 17. Jahrhundert literarisch nachzuweisen. Für ihre Entstehung gibt es verschiedene Erklärungen:
Im Niederdeutschen ist Batheld (Bartholomäus, Barthold) der Storch. Weiß jemand, woher dieser die Mäuse, also die Kinder, holt, dann ist er aufgeklärt und kann auf einige Erfahrungen zurückblicken.
Eine andere Möglichkeit ist die, dass die Redewendung aus der Gaunersprache stammt und von der Lautgestalt der hebräischen Wörter בַּרזֶל‎ (CHA: barzæl) ‚Eisen‘ und מָעוֹת‎ (CHA: māʿōt) ‚Geld, Münzen‘ herrührt. Die Volksetymologie hätte die hebräischen Wörter dann zu Barthel und Most umgedeutet. Die Bedeutung der Redewendung wäre hiernach, dass jemand weiß, mithilfe eines Brecheisens an Geld zu kommen. Diese Erklärung sieht sich allerdings dem Einwand ausgesetzt, dass Barsel im Rotwelschen für ‚Eisen‘, ‚Schließeisen‘ und ‚Vorlegestange‘ gestanden hat, während das Stemmeisen Schaberbartle geheißen hat. Es könnte jedoch sein, dass Schaberbartle verhüllend zu Bart(h)el verkürzt wurde.
Ein anderer Deutungsversuch bezieht sich auf einen Schultheiß namens Barthel aus Heilbronn, der um das Jahr 1230 gelebt haben soll und sich stets Most aus dem Ratskeller zu verschaffen gewusst habe.
Ebenso könnte eine Verbindung zu einer altfranzösischen Redensart bestehen, in der ein Bartole seinen Weinberg verkaufte, um neue Senker zu bekommen, was ein sehr törichtes Vorgehen ist. Zudem gab es im Frankreich des 16. Jahrhunderts Redensarten mit ähnlichem Inhalt über den italienischen Rechtsgelehrten Bartolus de Saxoferrato, die vielleicht durch einen seiner Schüler ins Deutsche gelangt sind.
Des Weiteren wird darauf hingewiesen, dass nach einer altkirchlichen (nicht biblischen) Überlieferung der Bräutigam bei der Hochzeit zu Kana, wo Wein herbeizuschaffen war, Bartholomäus oder Barthel geheißen habe.

Nach einer sächsischen Sage hingegen soll die Redensart auf einen Weinschenk namens Bartholomäus Zimmer zurückgehen, der zu Beginn des 16. Jahrhunderts in Meißen lebte. Dieser habe großen Sachverstand auf dem Gebiet des Weines gehabt und nur Weine aus den besten Lagern bezogen, aber auch selbst angebaut und verarbeitet. Daher konnte man bei diesem Mann stets vorzügliche Erzeugnisse vorfinden. Die Redewendung benutzte man daher dazu, einen außerordentlich fleißigen und klugen Mann zu beschreiben. Daneben wurden folgende Knittelverse benutzt:

Astutia vulpis,
Ferocia felis,
Haec valent in mundo
Ad hauriendum aquam a profundo;
Qui scit haec conjungere secum
Per mundum potest vadere mecum,
Nam scit bene locum
Quo Bartolus vendit mustum.
Die Verschlagenheit des Fuchses,
Die Wildheit der Katze,
Sie sind in der Welt fähig
Das Wasser aus der Tiefe zu trinken;
Wer dies miteinander zu verbinden weiß
Der kann mit mir durch die Welt gehen,
Denn er kennt den Ort genau
Wohin Bartolus den Most verkauft.

Ferner wird ein Bezug zwischen der Redewendung und einem Mann namens Peter Knoll hergestellt, der Reben aus dem Burgund in die Meißener Gegend verpflanzt hat. Dieser wurde bisweilen als „Partei“ (≈Barthel) bezeichnet. Wissen, wo Barthel den Most holt, könnte demnach auch darauf hindeuten, dass dieser wusste, dass ein edler Wein im Burgund wuchs, und ihn kurzerhand in die Gegend um Meißen geholt hat.[4]
Eine andere Erklärung nimmt Bezug auf große Spitzkrüge, die in Unterfranken dazu verwendet werden, Most aus dem Keller nach oben zu transportieren und Barthel oder Bartmannskrüge genannt werden, woraus die Redewendung entstanden sein könnte. Es ist jedoch zu bedenken, dass es ebenso möglich ist, dass die Krüge nach der Redewendung benannt wurden.
Möglich ist ebenfalls, dass die Redewendung ihren Ursprung am Rhein hat, wo Weinbau ebenso verbreitet ist. Dort werden die Kalendertage nach katholischen Heiligen bezeichnet. Am 24. August ist der Tag des St. Bartholomäus. Die Weinlese allerdings fängt erst Ende Oktober an und der Most kann dann im November getrunken werden. Da man somit aber am Bartholomäustag den Wein noch gar nicht lesen kann, ist jemand, der zu wissen glaubt, woher Barthel den Most holt, eher dumm als pfiffig. Er meint, etwas zu wissen, was es nicht gibt.
Noch eine Deutung der Redewendung stellt eine Verbindung ins Rheinland her, behauptet jedoch das Gegenteil von der vorigen: Es sei nur dann möglich, am Bartholomäustag frischen Most zu haben, wenn man rote Trauben auf Weinbergen in guter Lage anbaue und ihre Frühreife unter anderem durch einen guten Schnitt der Weinstöcke befördere. Wenn man all dies beherzige, wisse man, wo Barthel den Most holt.
Ein weiterer Erklärungsansatz verweist nach Augsburg: Gemäß einer Textquelle aus dem Jahr 1872 drohte der Verlust der Schankberechtigung jedem Wirt, der am Bartholomäustag noch keinen Most ausschenken konnte. Da der Traubenmost höchstwahrscheinlich zu dieser Jahreszeit mangels Lese noch nicht zur Verfügung steht, kann es sich wohl nur um Obstmost handeln, welcher zur besagten Zeit allerdings noch sauer ist. Vor diesem Hintergrund liegt es nahe, dass die Redewendung ironisch gebraucht wurde, um auszudrücken, dass da jemand schon ganz besonders schlau gewesen sein muss, wenn er an St. Bartholomäus trinkbaren Most hatte.
Auf den Weinbau nimmt auch eine weitere Quelle Bezug, die angibt, dass die Redewendung ursprünglich St. Jürg weiß, wo Bart[h]el den Most holt geheißen habe. Dies bedeute, dass man bereits am Tag des Heiligen Georg am Weinstock sehen könne, was am Bartholomäustag an Ertrag zu erwarten sei. Jemand, der weiß, wo Barthel den Most holt, kann demnach treffliche Schlussfolgerungen ziehen.
Schlussendlich wird noch die Vermutung geäußert, dass die Wendung auf Berthold von Mandelslohe zurückgehe. Dieser stand in der Gunst des Markgrafen Johann von Brandenburg-Küstrin sehr hoch, habe sich allerdings dessen Ärger zugezogen, indem er sich fränkische Weine nach Küstrin schicken ließ, denn dann wusste er, wo Barthel den Most holt.