Hand aufs Herz: Hast du dir beim Durchfahren von Olten oder beim Warten am Zürcher HB nicht auch schon mal überlegt, wie man diesen Ort strategisch am besten verteidigen könnte? Vielleicht klingt das etwas abgedreht, aber genau dieser Gedanke ist der Treibstoff für ein Browsergame, das gerade in der Schweizer Gaming-Szene für ordentlich Furore sorgt.
Wir sprechen von DSWDSGKK – oder ausgeschrieben: «Das Spiel wo du Schweizer Gemeinden kaufen kannst». Was im ersten Moment wie ein simpler Immobilien-Simulator klingt, hat sich mittlerweile zu einem ausgewachsenen Strategie-RPG gemausert. Der Grund für den aktuellen Hype? Die Einführung der «Feldzüge», einem Tower-Defense-Modus, der es in sich hat.
Vom Bürgermeister zum Feldherrn
Das Grundprinzip ist schnell erklärt: Die Schweiz ist das Spielfeld. Alle 2'121 Gemeinden stehen zum Verkauf. Für einen Startpreis von 5 CHF kannst du dir dein eigenes Stück Heimat (oder die Gemeinde, die du schon immer mal besitzen wolltest) sichern. Doch während es früher vor allem darum ging, sein Territorium zu markieren, geht es jetzt ans Eingemachte.
Mit dem neuen Update wird deine Gemeinde nicht mehr nur verwaltet, sondern sie wird zum Schlachtfeld. Der Tower-Defense-Aspekt, hier «Feldzüge» genannt, bringt eine Dynamik ins Spiel, die man bei klassischen Browsergames oft vermisst. Es geht nicht mehr nur darum, wer das grösste Portemonnaie hat, sondern wer seine Ressourcen am cleversten einsetzt.
So funktionieren die Feldzüge
Stell dir vor, du hast Luzern gekauft. Schöne Stadt, viel Wasser, Touristen. Aber jetzt rücken gegnerische Spieler an. In den Feldzügen musst du deine Gemeinde gegen Wellen von Angriffen verteidigen. Das ist klassisches Tower-Defense-Gameplay, aber mit einem extrem charmanten Schweizer Twist.
Anstatt generischer Magiertürme oder Laserkanonen arbeitest du hier mit Elementen, die jeder Eidgenosse sofort wiedererkennt. Du baust deine Verteidigung auf und nutzt Skillkarten, um den Gegnern das Leben schwer zu machen. Und hier zeigt das Spiel seinen Humor.
Die Macht des «Kantönligeists»
Das Skill-System ist wahrscheinlich das Herzstück der Schlachten. Es gibt mittlerweile rund 90 verschiedene Skillkarten, die du freischalten und einsetzen kannst. Diese sind nicht einfach nur «Feuerball» oder «Eiswand», sondern spielen voll mit Schweizer Klischees und Eigenheiten:
- Bünzli: Wahrscheinlich eine Karte, die Gegner mit Paragraphen und Ruhezeiten ausbremst.
- Siebesiech: Ein Allrounder, der dich aus brenzligen Situationen rettet.
- Cervelat-Prominenz: Vielleicht nicht die stärkste Einheit, aber sie zieht Aufmerksamkeit auf sich.
- Kantönligeist: Perfekt, um die eigene Verteidigung lokal zu stärken.
Diese Kartenkombinationen machen die Kämpfe taktisch tiefgründig. Du musst entscheiden, ob du offensiv in die Feldzüge gehst oder dich einbunkerst.
RPG-Tiefe: Looten und Leveln
Was DSWDSGKK von einem schnellen Minigame für die Kaffeepause abhebt, ist die Progression. Jede gewonnene Schlacht, jede erfolgreich verteidigte Gemeinde bringt dir XP und Skillpunkte. Du steigst im Level auf, schaltest neue Fähigkeiten frei und – das ist für die Jäger und Sammler unter uns entscheidend – du findest Items.
Das Loot-System ist überraschend komplex. Es gibt Millionen von Items in den klassischen Seltenheitsstufen:
- Gewöhnlich (Grau)
- Magisch (Blau)
- Selten (Gelb)
- Legendär (Orange)
- Episch (Violett)
- Mythisch (Rot/Spezial)
Wenn du also nach einem harten Kampf gegen eine Nachbargemeinde ein legendäres Item droppst, fühlt sich das richtig gut an. Diese Gegenstände kannst du entweder selbst nutzen, um deine Gebäude auszubauen und deine Gemeinde stärker zu machen, oder du handelst damit.
Wirtschaft und Handel: Der Marktplatz
Ein weiterer Aspekt, der das Spiel am Leben hält, ist der Marktplatz. Hier kannst du nicht nur Items kaufen und verkaufen, sondern auch ganze Gemeinden handeln. Das schafft eine echte Spieler-Ökonomie. Wenn du eine Gemeinde strategisch gut ausgebaut hast und sie dank guter Verteidigungswerte in den Ranglisten weit oben steht, steigt ihr Wert.
Es gibt Spieler, die sich darauf spezialisieren, kleine Dörfer zu kaufen, sie durch Kampagnen wie «Der Schatten von Luzern» oder «Auf den Spuren von Wilhelm Tell» hochzuleveln und dann gewinnbringend weiterzuverkaufen.
Lohnt sich der Einstieg?
Das Spiel ist kein Free-to-Play-Titel im klassischen Sinne, bei dem du gratis startest und dann mit Mikrotransaktionen bombardiert wirst. Du musst dich einkaufen. Der Startpreis von 5 CHF für eine Gemeinde ist die Eintrittskarte. Das sorgt dafür, dass die Community aus Leuten besteht, die auch wirklich Bock auf das Spiel haben, und reduziert die Anzahl an Bots und Troll-Accounts drastisch.
Wenn du Spass an Strategie hast, den Schweizer Humor feierst und gerne siehst, wie dein eigenes kleines Imperium wächst, dann ist DSWDSGKK.ch definitiv einen Blick wert. Die Kombination aus Heimatbezug, RPG-Elementen und dem neuen Tower-Defense-Modus macht es zu einem der originellsten Browsergames der letzten Zeit.
Bist du bereit, deine Gemeinde zu verteidigen? Zeig den anderen, wer der wahre Siebesiech im Kanton ist.