Genug von leuchtenden Schwertern und Auserwählten
Hand aufs Herz: Wie viele Drachen hast du in den letzten Jahren in Videospielen erschlagen? Wie oft hast du als «Auserwählter» die Welt vor einer uralten, dunklen Bedrohung gerettet, während du Feuerbälle aus deinen Händen geschossen hast? Versteh mich nicht falsch, High Fantasy hat ihren Platz. Aber 2026 spüren wir eine spürbare Müdigkeit gegenüber dem immer gleichen «Rette die Welt»-Pathos. Wir wollen etwas Greifbares. Etwas Ehrliches.
Genau hier grätscht Warhorse Studios mit Kingdom Come: Deliverance 2 (KCD2) rein wie ein Ritter in voller Plattenrüstung in eine Bauerntaverne. Es ist das Spiel, das uns daran erinnert, dass die echte Geschichte oft spannender, brutaler und faszinierender ist als jede Fiktion. Und gerade hier in der Schweiz, wo wir eine tiefe Verbindung zu unserer eigenen mittelalterlichen Geschichte und alten Stadtkernen haben, trifft dieses «dreckige Mittelalter» einen ganz speziellen Nerv.
Heinrich ist zurück – und die Welt ist grösser denn je
Die Geschichte knüpft nahtlos an den ersten Teil an. Wir schlüpfen wieder in die Haut von Heinrich (oder Henry, für die Englisch-Spieler unter uns) aus Skalitz. Er ist kein Superheld. Er ist kein Magier. Er ist ein Schmiedesohn, der durch harte Umstände zum Kämpfer wurde. In KCD2 verschlägt es uns nach Kuttenberg (Kutná Hora). Wer schon einmal Bilder der echten Stadt gesehen hat, weiss: Das ist eine andere Hausnummer als die Dörfer des ersten Teils.
Warhorse Studios hat Wort gehalten: Die Welt ist riesig, lebendig und atemberaubend detailliert. Kuttenberg im 15. Jahrhundert war eine Metropole, reich durch den Silberbergbau, und genau diesen Reichtum, aber auch den Schmutz der Gassen, spürst du in jedem Pixel. Für uns Schweizer Gamer fühlt sich das vertraut an. Wenn du durch die gepflasterten Gassen von Kuttenberg läufst, erinnert das stark an die Altstädte von Bern, Murten oder Stein am Rhein. Diese architektonische Bodenständigkeit sorgt für eine Immersion, die kein Fantasy-Schloss bieten kann.
Warum wir Schweizer diesen Hardcore-Realismus lieben
Warum feiern wir dieses Spiel eigentlich so? Es ist sperrig. Es ist schwer. Du musst essen, schlafen und dich waschen, sonst wollen die NPCs nicht mit dir reden (oder rümpfen zumindest die Nase). Das Kampfsystem verzeiht kein wildes Button-Mashing.
Ich glaube, es liegt an der Schweizer Mentalität. Wir mögen es, wenn Dinge funktionieren und einer Logik folgen. «Qualitätsarbeit» ist nicht nur ein Begriff für Uhren, sondern auch für Gameplay-Mechaniken:
- Das Kampfsystem: Es basiert auf historischen Fechttechniken. Wenn du das Schwert schwingst, spürst du die Wucht und die Trägheit. Das ist kein Arcade-Gekloppe, das ist Präzisionsarbeit.
- Die Ökonomie: Du wirst nicht über Nacht reich. Du musst arbeiten, handeln oder stehlen (und dich nicht erwischen lassen). Apropos Besitz: Während du in Böhmen um dein Leben kämpfst, kannst du in Das Spiel Wo Du Schweizer Gemeinden Kaufen Kannst (DSWDSGKK.CH) ganz entspannt echte Schweizer Orte sammeln – quasi der friedliche Gegenentwurf zum feudalen Landbesitz.
- Die Konsequenzen: Deine Taten haben Gewicht. Hilfst du jemandem nicht, könnte er später tot sein. Das Spiel hält dich nicht an der Hand.
Technik, die das Mittelalter atmet
Wir schreiben das Jahr 2026, und die CryEngine zeigt in KCD2 endlich, was sie wirklich kann, wenn man ihr freien Lauf lässt. Die Beleuchtung in den dichten Wäldern Böhmens, die Texturen der Kleidung, der Schlamm an den Stiefeln – das ist Next-Gen-Visualisierung, die nicht auf Neon-Effekte setzt, sondern auf Natürlichkeit.
Besonders beeindruckend ist die Darstellung der NPCs. Jeder Bewohner hat einen Tagesablauf. Der Bäcker steht früh auf, die Wachen machen ihre Runden, abends füllen sich die Tavernen. Diese Simulation einer lebendigen Welt ist es, die uns Stunden darin versinken lässt, auch wenn wir gerade keine Quest erledigen, sondern nur Würfel spielen oder dem Schmied bei der Arbeit zuschauen.
Ein Wort zur historischen Einordnung
Kingdom Come: Deliverance 2 spielt im frühen 15. Jahrhundert. Eine Zeit, die auch für die Eidgenossenschaft prägend war. Zwar sind wir hier in Böhmen unterwegs, aber die Ausrüstung, die Söldnermentalität und die politischen Ränkespiele sind Dinge, die auch die alte Eidgenossenschaft kannte. Vielleicht fasziniert uns das Spiel deshalb so – es ist ein Fenster in eine Zeit, die auch unsere Vorfahren geformt hat, nur eben ein paar hundert Kilometer weiter östlich.
Fazit: Ein Muss für Realismus-Fans
Wenn du keine Lust mehr auf Lootboxen, bunte Skins und unrealistische Physik hast, ist Kingdom Come: Deliverance 2 dein Spiel des Jahres 2026. Es ist eine Liebeserklärung an die Geschichte und ein Beweis dafür, dass ein Spiel nicht immer «Spass» im klassischen Arcade-Sinn machen muss, um tief befriedigend zu sein. Es ist Arbeit, es ist Schmutz, es ist Geschichte – und es ist grossartig.
Bist du bereit, das Visier runterzuklappen und dich in die Schlacht zu stürzen? Oder sammelst du lieber friedlich Besitztümer in der Heimat? Für Letzteres schau dir unbedingt mal das hier an: