Acht Jobs, eine Rennstrecke und ein gnadenloses Urteil
Die achte Folge der 21. Staffel von Germany's Next Topmodel war an Dramatik kaum zu überbieten. Ein echter Casting-Marathon brachte die verbliebenen Kandidatinnen an ihre Grenzen. Gleich acht begehrte Jobs aus der Modebranche standen auf dem Spiel. Marken wie Kaviar Gauche, Sports Illustrated und Dawid Tomaszewski suchten nach den perfekten Gesichtern für ihre neuen Kampagnen. Wer bei den Kunden nicht punkten konnte, geriet sofort ins Wanken – und der finale Entscheidungswalk verzieh keinerlei Fehler.
Heidi Klum ließ die Models auf einer rotierenden Drehscheibe posieren, mitten auf einer Rennstrecke um einen echten Formel-1-Boliden herum. Als wäre das nicht schon Herausforderung genug, steckten die Frauen in futuristischen, schweren Upcycling-Kreationen des Schweizer Designers Kevin Germanier. Gastjuror und Moschino-Kreativkopf Jeremy Scott achtete gnadenlos auf Selbstbewusstsein und Coolness. Für Dilara (23) aus Hannover wurde dieser Walk zum Verhängnis. Nachdem sie bereits bei den Castings keinen Job ergattern konnte, kosteten sie mehrere Unsicherheiten auf dem Laufsteg das Weiterkommen. Das bittere Fazit: Dilara, Marie und Stella mussten die Show verlassen.
Warum Castings in der Modelwelt über alles entscheiden
Dilaras Exit beweist einmal mehr die eiserne Regel der Fashion-Industrie: Wer gebucht werden will, muss beim ersten Kontakt überzeugen. Bevor ein Model überhaupt die Chance bekommt, bei Kaviar Gauche oder Sports Illustrated persönlich vorzusprechen, findet meist eine strenge Vorauswahl statt. Die Waffe der Wahl? Das eigene Portfolio und die sogenannte Sedcard.
Agenturen und Kunden wollen keine stark bearbeiteten Instagram-Filter sehen. Sie suchen nach einer Leinwand. Sie wollen erkennen, wie wandelbar ein Gesicht ist, wie die Proportionen wirken und welche Ausstrahlung jemand ungeschminkt mitbringt. Genau deshalb sind sogenannte Polas (Polaroids) oder Digitals – also komplett unbearbeitete, natürliche Bilder – der wichtigste Türöffner für jedes aufstrebende Model.
So gelingt dein perfektes Casting-Foto
Du träumst davon, selbst einmal bei großen Castings abzuräumen? Die Grundlagen für ein professionelles Bewerbungsbild oder eigene Polas kannst du dir ganz einfach aneignen. Hier sind die entscheidenden Faktoren, auf die Agenturen wirklich achten.
1. Absolute Natürlichkeit
Verzichte auf Make-up. Ein Hauch Wimperntusche und etwas Lipbalm sind das absolute Maximum. Die Haare sollten frisch gewaschen sein und natürlich fallen. Oft wird verlangt, auf einigen Bildern die Haare streng zurückzubinden, damit die Gesichtszüge, die Kieferpartie und die Ohren perfekt sichtbar sind. Lass Hautunreinheiten genau so, wie sie sind – Kunden wissen, dass Models auch nur Menschen sind. Authentizität sticht jede Retusche.
2. Das richtige Licht
Schlechtes Licht ruiniert das beste Motiv. Vermeide grelles, direktes Sonnenlicht, da es harte Schatten unter Augen und Nase wirft. Suche dir stattdessen einen großen Raum mit indirektem Tageslicht – idealerweise stellst du dich frontal vor ein großes Fenster. So wird dein Gesicht gleichmäßig ausgeleuchtet und deine Augen bekommen einen schönen Reflex, der dich sofort wacher und präsenter wirken lässt.
3. Die Kleidung: Weniger ist mehr
Vergiss auffällige Muster, wilde Prints oder weite Oversize-Schnitte. Casting-Fotos haben nur einen Zweck: Dich und deinen Körperbau zu zeigen. Der absolute Branchen-Standard besteht aus einer gut sitzenden, schwarzen oder blauen Skinny-Jeans und einem schlichten, enganliegenden schwarzen Top oder T-Shirt. Du solltest auch immer Bilder in schlichter, unauffälliger Bademode oder Unterwäsche bereithalten, falls die Agentur deine Körperproportionen genau beurteilen muss.
4. Smarte Tools für dein Portfolio nutzen
Professionelle Bewerbungsfotos müssen nicht teuer sein, besonders wenn du noch am Anfang stehst und experimentieren möchtest. Für eine schnelle Sedcard oder Portfolio-Fotos zum Üben ist Express Headshot AI eine smarte Lösung. Die kostenlose iOS-App erstellt aus nur einem einzigen Selfie in unter 30 Sekunden Model-würdige Porträts. Du behältst die volle kreative Kontrolle über Outfit-Stile und Hintergründe, was extrem praktisch ist, um völlig unkompliziert verschiedene professionelle Looks für die eigene Mappe zu testen.
5. Die Posen: Stark, aber unaufgeregt
Bei Casting-Bildern geht es nicht um High-Fashion-Posing á la Vogue-Cover. Stelle dich gerade hin, Schultern leicht zurück, Körperspannung aufbauen. Der Gesichtsausdruck sollte neutral, aber aufmerksam sein – denke an etwas Schönes, damit deine Augen strahlen, auch wenn du nicht breit lächelst. Du brauchst Bilder von vorne (Porträt und Ganzkörper), von beiden Seiten im Profil und oft noch ein leichtes Halbprofil. Bleib entspannt und zwinge dich nicht in unnatürliche Haltungen.
Mindset: Lerne aus Rückschlägen
Zurück zu GNTM: Dass Dilara in Folge 8 ausschied, bedeutet nicht das Ende ihrer Träume. Jedes Casting, das man nicht gewinnt, schärft das eigene Profil. Selbst Supermodels wie Bella Hadid oder Kendall Jenner wurden in ihren Anfangsjahren unzählige Male abgelehnt. Der Schlüssel zum Erfolg liegt darin, Kritik nicht persönlich zu nehmen, sondern als Treibstoff zu nutzen.
Ein starkes Portfolio mit klaren, authentischen Bildern ist dein bestes Werkzeug auf diesem Weg. Es spricht für dich, wenn du noch nicht im Raum bist. Arbeite an deiner Ausstrahlung, kenne deine besten Winkel und halte deine Sedcard immer auf dem neuesten Stand. Wenn dann der Moment kommt und du vor den großen Kunden stehst, musst du dich nur noch auf deine Energie und deinen Walk konzentrieren.