Die Luft brennt: Wer schnappt sich das Ticket nach L.A.?
Die Spannung in Berlin ist greifbar. Kurz vor dem lang ersehnten Abflug nach Los Angeles zieht Heidi Klum in der 21. Staffel die Daumenschrauben noch einmal ordentlich an. Das begehrte Ticket nach Kalifornien bedeutet bei Germany's Next Topmodel nicht einfach nur einen Langstreckenflug in die Sonne – es markiert den entscheidenden Übergang von der nationalen Vorrunde in die internationale Fashion-Liga. Wer es in die legendäre Modelvilla schafft, verlässt die Berliner Komfortzone und muss sich auf dem globalen Markt beweisen. Nach dem gnadenlosen Cut bei den Männern am Mittwoch, bei dem gleich drei Kandidaten ihre Koffer packen mussten, wussten die Frauen in Folge 10 ganz genau: Ein einziger Fehltritt, und der Traum platzt auf der Zielgeraden.
Schon der Auftakt der Episode machte den verbliebenen Model-Anwärterinnen unmissverständlich klar, welches Level nun gefordert wird. Die drei stärksten Performerinnen der Vorwoche durften Heidi Klum als Belohnung zu einer echten Red-Carpet-Premiere begleiten. Stardesigner Jeremy Scott – ehemals Creative Director bei Moschino und bekannt für seine wahnwitzigen popkulturellen Entwürfe – präsentierte im legendären Berliner Friedrichstadt-Palast seine neueste Produktion. Blitzlichtgewitter, rasante Interviews, Star-Appeal hautnah. Eine exklusive Meisterklasse darin, wie man sich im High-Society-Umfeld souverän bewegt. Wer hier glänzt, beweist Star-Potenzial und knüpft Kontakte, die für eine spätere Karriere Gold wert sind. Doch der Glamour verflog schnell, als der eigentliche Leistungsdruck dieser Schwellenfolge spürbar wurde.
Das Märchen-Shooting: Wenn die Kamera Cha-Cha-Cha tanzt
Bevor auch nur an High Heels und Catwalks zu denken war, stand ein Termin an, der bei Fans und Kandidatinnen gleichermaßen für Gänsehaut sorgt: Ein Fotoshooting mit Fotografen-Legende Kristian Schuller. Schuller ist berüchtigt für seine opulenten, visuell überbordenden Inszenierungen, die oft mehr Kunstwerk als klassisches Katalog-Shooting sind. Für Folge 10 verwandelte er ein raues Berliner Set in eine surreale Fantasiewelt.
Die Models posierten in ausladenden, meterlangen Tüll-Kreationen, die zum Teil von Schullers Frau Peggy entworfen wurden, mitten in einem überdimensionalen Poesiealbum. Sie sollten florale Elemente – majestätische Blumen – verkörpern und dem starren Set echtes Leben einhauchen. Kristian Schullers Anforderung war unmissverständlich: "Die Models sollen diese Märchenwelt zum Leben erwecken. Sie müssen es schaffen, dass die Kamera vor Freude einen Cha-Cha-Cha tanzt."
Genau hier zeigte sich, wer das Gespür für große Fashion-Momente mitbringt. Anika (27) aus Paderborn lieferte laut Heidi einen durchweg "majestätischen" Auftritt ab und verstand es, den gewaltigen Stoff der Kleider zu kontrollieren, anstatt darin optisch unterzugehen. Auch Daphne (25) und Merret (20) begeisterten das Team am Set. Besonders Merrets befreite, fast schon rotzige Herangehensweise traf exakt den Nerv des Starfotografen. Wer bei diesem Shooting zu sehr im Kopf feststeckte und jede Pose kalkulierte, wirkte neben den wehenden Tüllmassen sofort deplatziert.
Treppenwalk-Drama: High Heels, Stahlstufen und eine unerbittliche Jury
Ein grandioses Foto allein reicht jedoch nicht aus, um den Boarding Pass nach L.A. zu lösen. Der Entscheidungswalk wurde zur physischen und mentalen Nervenprobe par excellence. Heidi Klum schickte ihre Kandidatinnen über eine extrem steile, industrielle Stahltreppe abwärts – natürlich in mörderischen High Heels und extravaganten Designer-Outfits der angesagten Labels Danny Reinke und Ioannes. Was im Fernsehen oft so mühelos und leichtfüßig aussieht, erfordert höchste Körperspannung, Kernstabilität und ein beinahe unerschütterliches Selbstvertrauen. Ein verängstigter Blick nach unten auf die eigenen Füße zerstört sofort die optische Illusion und die Attitude des Walks.
Die Angst vor dem tiefen Fall war Backstage omnipräsent. "Da ja bekannt ist, dass ich noch Probleme habe mit hohen Schuhen, waren die Treppen echt angsteinflößend", gestand die 22-jährige Anna offen. Auch die Berlinerin Kim fasste die angespannte Stimmung treffend zusammen: "Lass mal schauen, dass wir uns beim Treppenlaufen nichts brechen." Um die Laufsteg-Leistungen professionell einordnen zu können, holte sich Heidi prominente Unterstützung: Maria Koch, die Chefdesignerin des weltweit gefeierten Berliner Labels 032c, bewertete jeden Schritt mit scharfem, unbestechlichem Fashion-Auge. Wer den Balanceakt meisterte, wurde belohnt: Die Designer wählten Juna als stolzes "First Face" für die Show-Eröffnung und Antonia als "Last Face" – eine riesige Ehre in der Modewelt, die zeigt, wer aktuell die dominanteste Laufsteg-Präsenz besitzt.
Wer ist raus? Bitteres Ende für Alisa, Kim und Lola
Am Ende des Tages zählt bei GNTM das Gesamtpaket aus Foto-Performance und Catwalk. Wer auf der Stahltreppe wackelte oder beim Schuller-Shooting den erforderlichen Ausdruck verfehlte, für den endete der Weg unbarmherzig am Berliner Flughafen. Die Entscheidungen fielen hart aus. Das 27-jährige Curvy-Model Alisa aus Unterhaching, die neben dem Modeln auch als Schauspielerin arbeitet, konnte die Jury in dieser Woche nicht restlos von sich überzeugen. Auch für Kim (24) kam das plötzliche Aus; ihr stetig suchender, verunsicherter Blick während des riskanten Walks auf den Stahlstufen kostete sie entscheidende Punkte. Als dritte Kandidatin musste die 19-jährige Lola ihre Träume von der L.A.-Villa begraben. Ein extrem schmerzhafter Cut so kurz vor dem Ziel, der beweist, dass das Niveau in Staffel 21 schlicht keinen Raum für Mittelmaß lässt.
3 Tipps für Model-Porträts: So fängst du Heidis "Magie" selbst ein
Heidi Klum betont beim Casting und vor Entscheidungen immer wieder, dass sie nach einer ganz bestimmten "Magie" in den Augen der Models sucht. Wer selbst Ambitionen hat, in die Modewelt einzusteigen – oder einfach sein eigenes Social-Media-Profil auf High-End-Niveau heben möchte – kann von den intensiven Herausforderungen der zehnten Folge unheimlich viel lernen. Ein opulentes Haute-Couture-Kleid braucht man dafür nämlich nicht zwingend, aber ein tiefes Verständnis für Lichtgestaltung, Gesichtsausdruck und körperliche Präsenz. Hier sind drei elementare Profi-Tipps für atemberaubende Model-Porträts.
1. Kenne dein Licht und nutze smarte Tools
Die unangefochtene Grundlage jedes brillanten Porträts ist das Licht. Beim Treppenwalk sorgte die gezielte Ausleuchtung dafür, dass die Gesichter der Models trotz fließender Bewegung perfekt modelliert wirkten. Finde heraus, wie Licht deine Gesichtsstruktur verändert – ob weiches, diffuses Fensterlicht (Natural) für cleane Beauty-Shots oder dramatisches Rembrandt-Licht für coole Editorial-Vibes. Für eine schnelle Sedcard oder Portfolio-Fotos zum Üben müssen professionelle Bilder heute glücklicherweise nicht mehr zwingend ein Vermögen kosten. Wer selbst mal testen will, wie ein High-End-Shooting aussehen könnte, kann das mit dieser kostenlosen App ausprobieren: Express Headshot AI erstellt aus einem einzigen Selfie in unter 30 Sekunden Model-würdige Porträts in bis zu 4K-Auflösung. Im Gegensatz zu herkömmlichen Generatoren brauchst du keine ewigen Upload-Prozesse von dutzenden Fotos, sondern hast sofort volle kreative Kontrolle über fünf Outfit-Stile von Casual bis Creative, verschiedene Hintergründe und eben auch professionelle Licht-Setups. Das erste Bild ist komplett gratis – die perfekte Methode, um stressfrei verschiedene Stile und Looks am eigenen Gesicht auszuprobieren, bevor man teuer ein echtes Fotostudio bucht.
2. Die Augen erzählen die Geschichte
Kristian Schuller forderte lautstark, dass die Kamera tanzen müsse. Das gelingt nur, wenn die transportierte Emotion zu hundert Prozent stimmt. Ein leerer, starrer Blick zerstört selbst das schönste Styling. Genau dieser unsichere Blick wurde Kim beim Walk zum Verhängnis. Übe stattdessen vor dem Spiegel verschiedene Intensitäten. Von einem entspannten, offenen Lächeln für Commercial-Jobs bis hin zu einem starken, durchdringenden Ausdruck für High-Fashion-Aufnahmen. Ein grandioser Trick: Fokussiere beim Shooting immer einen ganz konkreten Punkt knapp hinter der Linse des Fotografen. Denke dabei an ein starkes Gefühl. Echte Models posieren nicht nur rein mechanisch mit dem Körper, sie schauspielern mit ihren Augen.
3. Posing & Styling: Die cleane Leinwand
Für klassische Model-Polaroids (Polas), mit denen man sich bei Agenturen bewirbt, gilt der absolute Minimalismus. Keine XXL-Tüllroben, kein schweres Abend-Make-up. Agenturen und Kunden wollen deine reine Knochenstruktur und Hautbeschaffenheit sehen. Trage enganliegende, unifarbene Kleidung (am besten eine schwarze Skinny Jeans und ein schlichtes, figurbetontes Top), verzichte komplett auf ablenkenden Schmuck und trage das Haar entweder streng zurückgebunden oder ganz natürlich offen. Achte beim Posing auf feine Asymmetrie: Lass eine Schulter leicht hängen, winkle ein Bein minimal an oder drehe den Kopf um wenige Millimeter zur Seite. Vermeide es unbedingt, den Kiefer zu verkrampfen – atme stattdessen leicht durch den geöffneten Mund aus. Das entspannt die Gesichtszüge sofort und sorgt für weichere, natürlich wirkende Lippen. Deine pure Persönlichkeit muss das Bild tragen, nicht das Drumherum.
Die kommende Woche bei GNTM verspricht ein echtes Highlight zu werden: In Los Angeles treffen die verbliebenen weiblichen Models endlich auf die Männer und beziehen gemeinsam die heiß begehrte Modelvilla. Nach dem nervenaufreibenden Aussortieren in Berlin wird sich unter der kalifornischen Sonne unweigerlich zeigen, wer dem gewaltigen Druck der internationalen Kampagnen und Castings wirklich standhält. Die Karten werden komplett neu gemischt!