Der grosse Kater nach der Party
Hand aufs Herz: Hast du deine Steuerrechnung für 2026 schon genau angeschaut? Wenn nicht, setz dich lieber erst mal hin. Das Jahr 2026 markiert für viele Schweizer Gemeinden das Ende einer langen finanziellen Schönwetterperiode. Während wir uns in den letzten Jahren an sinkende oder stabile Steuerfüsse gewöhnt haben, heisst es jetzt vielerorts: Kassensturz. Und der sieht düster aus.
Es ist nicht nur ein Gefühl, es ist Fakt: Das Geld wird knapp. Von den Zürcher Weinland-Gemeinden bis in die Täler Graubündens müssen Finanzvorsteher den Gürtel enger schnallen – oder eben den Steuerzahlern tiefer in die Tasche greifen. Wir zeigen dir, warum das Sparschwein plötzlich leer ist und wo es dieses Jahr besonders wehtut.
Warum plötzlich alle pleite sind (oder zumindest so tun)
Vielleicht fragst du dich: «Wieso jetzt? Die Wirtschaft läuft doch einigermassen?» Das stimmt zwar, aber die Gemeinden kämpfen 2026 mit einem toxischen Cocktail aus drei Zutaten, der ihnen schwer im Magen liegt.
Erstens: Die Nationalbank (SNB). Jahrelang war die Gewinnausschüttung der SNB wie ein unverhofftes Weihnachtsgeschenk für Kantone und Gemeinden. Man hat sich daran gewöhnt, fest damit geplant. Doch seit den massiven Verlusten der SNB ist dieser Geldhahn zu. Für viele Kämmerer fehlen hier Millionenbeträge, die nun schmerzhaft eingespart werden müssen.
Zweitens: Die Gesundheits- und Sozialkosten. Die Pflegefinanzierung explodiert regelrecht. Je älter wir werden, desto teurer wird es für die öffentliche Hand. Dazu kommen steigende Ausgaben im Asylwesen und bei der Sozialhilfe, die oft zeitverzögert auf die Gemeindebudgets durchschlagen.
Drittens: Teuerung und Löhne. Auch eine Gemeinde muss einkaufen. Bauprojekte werden teurer, und Gemeindeangestellte, Lehrpersonen und Polizisten erhalten (zu Recht) den Teuerungsausgleich. Das summiert sich.
Steuerfuss-Alarm: Hier wird es 2026 teurer
Genug der Theorie, schauen wir uns die Praxis an. Wo brennt der Baum wirklich? Ein Blick in die Budgets 2026 zeigt: Die Schere geht weit auseinander.
Kanton Zürich: Teure Agglo
Der Kanton Zürich mag reich sein, aber seine Gemeinden bluten. Besonders im Zürcher Weinland herrscht Alarmstimmung. Ein prominentes Beispiel ist Ossingen. Hier mussten die Stimmbürger eine massive Steuererhöhung von 14 Prozentpunkten schlucken. Der Grund? Zuzüger. Klingt paradox, aber neue Familien bedeuten neue Schulklassen, neue Strassen, neue Infrastruktur. Wenn die Infrastrukturkosten schneller wachsen als die Steuererträge, kippt die Rechnung.
Auch in Winterthur bleibt die Lage angespannt. Die Stadt hat ein strukturelles Defizit, das sie seit Jahren vor sich herschiebt wie eine Schneewelle. 2026 ist keine Besserung in Sicht, und der Druck auf den Steuerfuss bleibt enorm hoch.
Ostschweiz und Aargau
Ein ähnliches Bild zeigt sich in der Ostschweiz. In Schmerikon (SG) wurde eine Steuererhöhung um 3 Prozent beantragt, um die Verschuldung nicht komplett aus dem Ruder laufen zu lassen. Im Appenzellerland, etwa in Heiden, warnte der Gemeinderat schon frühzeitig, dass ohne Steuererhöhung 2026 die Rechnung nicht mehr aufgeht.
Und der Aargau? Der bleibt der «Rüeblikanton» der Steuererhöhungen. Viele mittelgrosse Gemeinden kämpfen hier mit den steigenden Kosten für die Sonderschulung und Pflegefinanzierung. Wer hier wohnt, sollte den Brief vom Steueramt dieses Jahr besonders vorsichtig öffnen.
Genf: Reich, aber rot
Ein Kuriosum ist Genf. Der Kanton schwimmt eigentlich im Geld, dank des Rohstoffhandels. Genf überholt 2026 sogar Zürich als Nettozahler im Finanzausgleich (dazu gleich mehr). Trotzdem budgetiert der Kanton ein Defizit von über 400 Millionen Franken. Wie das geht? Enorme Ausgabenfreudigkeit und ein aufgeblähter Apparat, sagen Kritiker. Hohe Einnahmen schützen eben nicht vor roten Zahlen, wenn man mehr ausgibt, als reinkommt.
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NFA 2026: Wer zahlt, wer kassiert?
Wenn einer Gemeinde das Geld ausgeht, hilft oft nur noch der «Grosse Bruder»: Der Nationale Finanzausgleich (NFA). Für 2026 fliessen hier Rekordsummen.
Insgesamt werden 6,4 Milliarden Franken umverteilt. Das ist ein neuer Höchststand. Die Rollenverteilung ist dabei so klar wie klischeehaft:
- Die Zahlmeister: Ganz vorne steht der Kanton Zug. Pro Kopf zahlt niemand so viel in den Topf ein wie die Zuger. Danach folgen Zürich und Schwyz. Neu in der Top-Liga der Zahler ist Genf, das dank sprudelnder Unternehmensgewinne (trotz eigenem Defizit) massiv zur Kasse gebeten wird.
- Die Empfänger: Der unangefochtene König der Empfänger ist der Kanton Bern. Über 1,5 Milliarden Franken fliessen in die Bundesstadt und ihre Gemeinden. Ohne dieses Geld müssten in Bern wohl Lichter gelöscht oder die Steuern in astronomische Höhen getrieben werden. Auch das Wallis und der Jura gehören zu den grossen Profiteuren pro Kopf.
Für dich als Steuerzahler in einer Gebergemeinde (z.B. am Zürichsee) ist das oft frustrierend: Du siehst, wie deine Steuergelder abfliessen, während in den Empfängerkantonen teilweise sogar Steuersenkungen diskutiert werden, weil der NFA-Scheck so üppig ausfiel.
Fusionitis: Wenn Heiraten die letzte Rettung ist
Was macht eine kleine Gemeinde, wenn der Steuerfuss schon am Anschlag ist und das Schulhaus trotzdem saniert werden muss? Sie sucht sich einen Partner. Auch 2026 rollt eine Welle von Fusionen durch die Schweiz.
Besonders im Kanton Bern und im Tessin ist die Karte der Gemeinden ständig in Bewegung. Kleinstgemeinden mit weniger als 500 Einwohnern können die administrativen Lasten kaum noch stemmen. Niemand will mehr in den Gemeinderat, weil das Amt fast zum Vollzeitjob geworden ist – bei einem Taschengeld als Lohn. Die Lösung: Fusion. Aus drei armen Dörfern wird eine mittelgrosse Gemeinde, die sich zumindest einen professionellen Gemeindeschreiber leisten kann.
Doch Vorsicht: Fusionen sind keine Garantie für tiefere Steuern. Oft werden die Schulden einfach auf mehr Schultern verteilt. Bevor deine Lieblingsgemeinde also von der Landkarte verschwindet oder mit dem ungeliebten Nachbardorf fusioniert: Bei DSWDSGKK.ch kannst du sie dir für die Ewigkeit sichern – ab 5 Franken gehört sie virtuell dir, ganz ohne Gemeindeversammlung und Budgetdebatte.
Was bringt die Zukunft?
Die fetten Jahre sind vorbei, zumindest vorerst. Für 2026 gilt: Augen zu und durch. Die Gemeinden müssen lernen, wieder mit weniger auszukommen, Projekte zu priorisieren und vielleicht auch mal auf den neuen Dorfplatzbrunnen für 200'000 Franken zu verzichten.
Für dich heisst das: Engagiere dich. Geh an die Gemeindeversammlung. Wenn das Geld knapp ist, wird dort nämlich entschieden, ob die Steuern raufgehen oder ob beim Jugendtreff gespart wird. Es ist dein Geld – rede mit.