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Meist dicht bewaldet erstreckt sich der Schwarzwald vom Hochrhein im SĂŒden bis zum Kraichgau im Norden. Im Westen wird er begrenzt von der Oberrheinischen Tiefebene (zu der naturrĂ€umlich auch die VorhĂŒgelkette gehört), im Osten geht er ĂŒber in GĂ€u, Baar und das HĂŒgelland westlich des Klettgaus. Der Schwarzwald ist der höchste Teil der sĂŒdwestdeutschen Schichtstufenlandschaft und aus Gesteinen des Grundgebirges und des Buntsandsteins aufgebaut. Die naturrĂ€umliche Abgrenzung von den umgebenden Landschaften orientiert sich am Auftreten des Muschelkalks, der innerhalb des Schwarzwalds fehlt. Diese Linie ist aufgrund der vom Gestein abhĂ€ngigen Bodenfruchtbarkeit gleichzeitig eine Vegetationsgrenze und die Grenze zwischen Altsiedelland und dem erst im Hochmittelalter dauerhaft besiedelten Schwarzwald. Von Nord nach SĂŒd erstreckt sich der Schwarzwald ĂŒber etwa 150 km, seine Breite erreicht im SĂŒden bis zu 50 km, im Norden bis zu 30 km. Tektonisch bildet das Gebirge eine Pultscholle, die im Westen aus dem Oberrheingraben imposant herausgehoben ist, wĂ€hrend sie von Osten betrachtet den Eindruck einer waldreichen HochflĂ€che vermittelt.

NaturrÀume
→ Hauptartikel: NaturrĂ€umliche Gliederung des Schwarzwaldes
Die NaturrÀume des Schwarzwaldes werden nach verschiedenen Merkmalen gegliedert:

Geomorphologisch wird vor allem einerseits zwischen der Ostabdachung mit meist gerundeten Bergformen und weiten Hochplateaus (sogenanntes danubisches – donaubĂŒndiges – Relief, besonders augenfĂ€llig im Norden und Osten auf Buntsandstein) und andererseits dem intensiv zertalten Abbruch zum Oberrheingraben hin (sogenannter Talschwarzwald mit rhenanischem – rheinbĂŒndigem – Relief) unterschieden. Dort liegen die höchsten Erhebungen und treten die grĂ¶ĂŸten unmittelbaren Höhenunterschiede (bis 1000 m) auf. Die TĂ€ler sind meist eng, oft schluchtartig, seltener beckenförmig. Die Gipfel sind gerundet, es kommen aber auch Plateaureste und gratartige Formen vor.

Geologisch ergibt sich die augenfĂ€lligste Gliederung ebenfalls in ostwestlicher Richtung. Den Ostschwarzwald bedeckt ĂŒber grĂ¶ĂŸere FlĂ€chen das unterste Glied des SĂŒdwestdeutschen Schichtstufenlandes, der Buntsandstein, mit endlos scheinenden NadelwĂ€ldern und davon umschlossenen Rodungsinseln. Das im Westen freiliegende Grundgebirge, ĂŒberwiegend aus metamorphen Gesteinen und Graniten aufgebaut, war trotz seiner Steilheit leichter zu besiedeln und erscheint heute mit seinen vielgestaltigen WiesentĂ€lern offen und freundlicher.

Der Feldberg, höchster Berg des Schwarzwalds
Die gĂ€ngigsten Gliederungen teilen den Schwarzwald jedoch in nordsĂŒdlicher Richtung. ZunĂ€chst, bis etwa in die 1930er Jahre, wurde der Schwarzwald in Nord- und SĂŒdschwarzwald geteilt, wobei man die Grenze an der Kinzigtallinie zog. SpĂ€ter wurde der Schwarzwald in den waldreichen Nordschwarzwald, den im Mittel niedrigeren, vorwiegend in den TĂ€lern landwirtschaftlich geprĂ€gten Mittleren Schwarzwald sowie den deutlich höheren SĂŒdschwarzwald mit ausgeprĂ€gter Höhenlandwirtschaft und von eiszeitlichen Gletschern geprĂ€gtem Relief aufgeteilt. Der Begriff Hochschwarzwald stand fĂŒr die höchsten Bereiche von SĂŒdschwarzwald und sĂŒdlichem Mittelschwarzwald.

Die gezogenen Grenzen waren jedoch sehr verschieden. Robert Gradmann nannte 1931 als Mittleren Schwarzwald den Einzugsbereich der Kinzig und dazu im Westen den Abschnitt bis zur unteren Elz und zum Kinzig-Zufluss Gutach. Eine pragmatische Gliederung, die sich nicht an Natur- und KulturrĂ€umen orientiert, nutzt die wichtigsten QuertĂ€ler. Ihr zufolge wird der Mittlere Schwarzwald von der Kinzig im Norden und der Linie Dreisam–Gutach (Wutach) im SĂŒden begrenzt, entsprechend der Bonndorfer Grabenzone und dem Verlauf der heutigen B 31.

Rudolf Metz fasste 1959 die bisherigen Gliederungen zusammen und schlug selbst eine modifizierte Dreiteilung vor, die natur- und kulturrĂ€umliche AnsĂ€tze verbindet und weite Verbreitung fand. Sein Mittlerer Schwarzwald wird im Norden von der Wasserscheide zwischen Acher und Rench und im weiteren Verlauf zwischen Murg und Kinzig bzw. Forbach und Kinzig begrenzt, im SĂŒden von der Bonndorfer Grabenzone, die den Schwarzwald im Osten einschnĂŒrt wie der FreudenstĂ€dter Graben weiter nördlich am Übergang zum Nordschwarzwald.

Arbeiten des Instituts fĂŒr Landeskunde

Abdachung des Nordschwarzwalds zum Oberrheinischen Tiefland (Nördlicher Talschwarzwald)
Das seit den frĂŒhen 1950er Jahren von der Bundesanstalt fĂŒr Landeskunde erstellte Handbuch der naturrĂ€umlichen Gliederung Deutschlands nennt den Schwarzwald als eine von sechs Großregionen 3. Ordnung innerhalb der naturrĂ€umlichen Großregion 2. Ordnung des SĂŒdwestdeutschen Stufenlandes und gleichzeitig eine von neun Haupteinheitengruppen. Er wird in insgesamt sechs sogenannte Haupteinheiten (Landschaften 4. Ordnung) aufgeteilt. Diese Gliederung wurde bis zum Jahre 1967 in mehreren, jeweils einzelne Kartenabschnitte betreffenden Nachfolgepublikationen (EinzelblĂ€tter 1: 200.000) verfeinert und modifiziert. Zu den dabei eingefĂŒhrten Untereinheiten siehe NaturrĂ€umliche Gliederung des Schwarzwaldes. Eine Dreiteilung des Gebirges zeichnet sich ebenfalls ab. Die Nordgrenze des Mittleren Schwarzwaldes verlĂ€uft hier sĂŒdlich des Renchtales und des Kniebis bis nahe Freudenstadt. Die SĂŒdgrenze wechselte je nach Bearbeitungsstand.

Die Landesanstalt fĂŒr Umweltschutz Baden-WĂŒrttemberg (heute Landesanstalt fĂŒr Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-WĂŒrttemberg LUBW) veröffentlichte 1998 eine ĂŒberarbeitete NaturrĂ€umliche Gliederung Baden-WĂŒrttembergs.

GewÀsser

Der Fluss Schiltach in Schiltach

Der Schluchsee, nördlich von St. Blasien.
FlĂŒsse, die im Schwarzwald entspringen (der LĂ€nge nach, Verlauf außerhalb des Schwarzwaldes eingeschlossen):

Enz (105 km)
Kinzig (93 km)
Elz (90 km)
Nagold (90 km), hydrologischer Hauptstrang des Nagold-Enz-Systems (149 km)
Wutach (90 km)
Murg (79 km), im Nordschwarzwald
Pfinz (60 km, ĂŒberwiegend außerhalb des Schwarzwaldes)
Rench (57 km)
Schutter (56 km)
Wiese (55 km)
Acher (54 km)
Alb (51 km), im Nordschwarzwald
Dreisam (mit Rotbach 49 km)
Breg (46 km), lÀngster Quellfluss der Donau (2857 km)
Alb (43 km mit Menzenschwander Alb), im SĂŒdschwarzwald
Brigach (40 km), Quellfluss der Donau
Glatt (37 km),
Möhlin (32 km)
Wolf (31 km)
Schiltach (30 km)
Gutach (29 km), Nebenfluss der Kinzig
Wilde Gutach (28 km)
Wehra (mit RĂŒttebach 28 km)
Oos (25 km)
Murg (22 km), im SĂŒdschwarzwald
Glasbach (18 km), hydrologischer Hauptstrang des Neckar-Systems
Bedeutende Seen natĂŒrlichen, glazialen Ursprungs im Schwarzwald sind unter anderem der Titisee, der Mummelsee und der Feldsee. Besonders im nördlichen Schwarzwald finden sich eine Reihe weiterer kleiner Karseen. Zahlreiche Stauseen wie der – frĂŒher als Natursee noch kleinere – Schluchsee mit den weiteren Seen des Schluchseewerks, die Schwarzenbachtalsperre, die Talsperre Kleine Kinzig oder die Nagoldtalsperre dienen der Stromerzeugung, dem Hochwasserschutz oder der Trinkwasserversorgung.

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